Milliarden von Dollar werden ausgegeben, Tausende von Stunden investiert, Lebensgrundlagen und die langfristige Gesundheit für einen epischen Kampf riskiert – und alles hängt davon ab, dass ein Schiedsrichter schätzt, wo genau sich der Ball in dem Moment befand, als sein Träger zu Boden ging. Sollte die Stelle nahe an einem First Down liegen, wird eine präzise Messung durchgeführt.
Stan Honey, der Erfinder der gelben First-Down-Linie, die heute aus keiner Football-Übertragung mehr wegzudenken ist, fand das schon immer amüsant.
„Es ist interessant, wie genau die Messungen der Ketten sein können und wie ungenau dagegen die ursprüngliche Platzierung des Balls ist“, sagt er.
Fast die gesamte Football-Geschichte hindurch wurde die feierliche Pflicht des First-Down-Messens von sogenannten „Chain Gangs“ übernommen: Leuten in leuchtenden Westen, die riesige orangefarbene Stäbe herumschleppen. Doch vor dieser NFL-Saison installierte die Liga sechs 8K-Hawk-Eye-Kameras in jedem Stadion, um die Ballposition optisch zu verfolgen – mit derselben Technologie, die bereits aus anderen Sportarten bekannt ist. In einem Wimpernschlag kann das Hawk-Eye-System präzise beurteilen, wie weit der Ball von der First-Down-Linie entfernt ist. Wenn am Sonntag die Patriots und Seahawks antreten, wird das virtuelle Messsystem der NFL erstmals in einem Super Bowl zum Einsatz kommen.
Honey ist ein Experte für First-Down-Technologie, wie er im Buche steht. Als seine First-Down-Linie 1998 eingeführt wurde, veränderten er und sein Unternehmen SportVision nicht nur, wie wir Football schauen, sondern schienen auch eine Mauer zwischen der sportlichen Realität und unserer medialen Erfahrung davon einzureißen.
„Wir hörten von Leuten, die sagten: ‚Ich nehme meine Kinder mit zum Spiel, und sie suchen die Linie auf dem Feld‘“, erzählt Bill Squadron, der SportVision gemeinsam mit Honey gründete und die geschäftliche Seite leitete.